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Nach der Spritze

Kalorienbedarf nach der Abnehmspritze: Grundumsatz nach dem Absetzen

Nach 10 % Gewichtsverlust verbraucht der Körper etwa 300 bis 400 kcal am Tag weniger, als Formeln sagen. So schätzt du den Kalorienbedarf nach der Spritze.

Dominik Jäkel10 Min. LesezeitAktualisiert am

Ob und wie du dein Medikament absetzt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Inhalt6 Abschnitte

Unter der Spritze musstest du dir die Frage nie stellen, jetzt ist sie da: Wie viel darfst du eigentlich essen? Die ehrliche Antwort hat zwei Teile. Weniger als vor der Therapie, weil ein leichterer Körper weniger braucht. Und weniger, als eine Formel für dein neues Gewicht ausrechnet, weil der Körper nach dem Abnehmen sparsamer arbeitet. Hier steht, wie groß beide Effekte sind, wie du deinen Bedarf schätzt, was die Spritze selbst mit dem Verbrauch macht und was das für deine Portionen heißt. Warum das Gewicht zurückkommt, steht unter Jojo-Effekt nach der Abnehmspritze.

Kurz gesagt: Nach 10 % Gewichtsverlust verbraucht dein Körper etwa 300 bis 400 kcal am Tag weniger, als Gewicht und Körperzusammensetzung erwarten lassen, etwa so viel wie ein belegtes Brötchen.4 Die Formel gibt dir einen Startwert; ob er stimmt, zeigt deine Waage über vier Wochen. Die Spritze selbst verändert den Verbrauch nicht. Kein Lebensmittel und kein Präparat hebt den Grundumsatz; was ihn hält, ist fettfreie Masse, also vor allem Muskeln. Ob und wie du dein Medikament absetzt, besprichst du mit deiner Ärztin oder deinem Arzt.

Wie viele Kalorien brauche ich nach dem Absetzen?

Weniger als vor der Therapie, und zwar aus drei Gründen, die sich addieren. Erstens ist der Körper leichter; jede Formel für den Ruheenergieverbrauch, auch die unten, rechnet pro Kilogramm. Zweitens entfiel ein Teil des verlorenen Gewichts auf fettfreie Masse, also Muskeln, Organe, Wasser: in der DXA-Substudie von STEP 1 rund 40 %,10 in der DXA-Substudie von SURMOUNT-1 rund ein Viertel.11 Fettfreie Masse ist das Gewebe, das in Ruhe Energie verbraucht. Drittens arbeitet der Körper nach Gewichtsverlust sparsamer, als Gewicht und Körperzusammensetzung erklären: Das ist die adaptive Thermogenese; sie liegt nach 10 % Gewichtsverlust in der Größenordnung von 300 bis 400 kcal am Tag.4

Zwei Balken, die den Gewichtsverlust aufteilen: In der STEP-1-Substudie mit Semaglutid (140 Teilnehmende, 68 Wochen) entfielen rund 60 Prozent auf Fettmasse und rund 40 Prozent auf fettfreie Masse, in der SURMOUNT-1-Substudie mit Tirzepatid (160 Teilnehmende, 72 Wochen) rund 75 Prozent auf Fettmasse und rund 25 Prozent auf fettfreie Masse. Unter Tirzepatid sanken Körpergewicht um 21,3 Prozent, Fettmasse um 33,9 Prozent und fettfreie Masse um 10,9 Prozent (Placebo 5,3, 8,2 und 2,6 Prozent). Zwei verschiedene Studien, kein direkter Vergleich.
Anteil von Fett und fettfreier Masse am Gewichtsverlust in zwei DXA-Substudien: rund 60 zu 40 % unter Semaglutid, rund 75 zu 25 % unter Tirzepatid.10, 11 Grafik: Nach der Spritze, frei verwendbar mit Quellenangabe.
Daten als Tabelle
StudieWirkstoff und DauerAnteil Fettmasse am GewichtsverlustAnteil fettfreie Masse
STEP 1, DXA-Substudie (140 Teilnehmende)Semaglutid 2,4 mg, 68 Wochenrund 60 %rund 40 %
SURMOUNT-1, DXA-Substudie (160 Teilnehmende)Tirzepatid, 72 Wochenrund 75 %rund 25 %

SURMOUNT-1 unter Tirzepatid: Körpergewicht −21,3 %, Fettmasse −33,9 %, fettfreie Masse −10,9 % (Placebo −5,3 %, −8,2 %, −2,6 %); das Verhältnis war unter Tirzepatid und Placebo ähnlich. Fettfreie Masse heißt Muskeln, Organe, Knochen, Wasser. Zwei verschiedene Studien, kein direkter Vergleich der Wirkstoffe.

Quelle: Wilding et al., STEP 1 body composition, J Endocr Soc 2021; Look et al., SURMOUNT-1, Diabetes Obes Metab 2025, 27(5), S. 2720–2729

Download und Quellen

Dazu kommt, was mit dem Bedarf nichts zu tun hat, aber mit der Portion: Die Appetitbremse ist weg, und die Hungerhormone stehen nach Gewichtsverlust auf „Nachfüllen“. Was das für den Alltag heißt, steht unter Heißhunger nach der Abnehmspritze.

Grundumsatz berechnen: die Formel und ihre Grenzen

Der Ruheenergieverbrauch, umgangssprachlich Grundumsatz, lässt sich aus Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht schätzen. Die am häufigsten verwendete Formel stammt aus einer Studie mit 498 gesunden Erwachsenen:1

  • Männer: 10 × Gewicht in kg + 6,25 × Größe in cm − 5 × Alter in Jahren + 5
  • Frauen: 10 × Gewicht in kg + 6,25 × Größe in cm − 5 × Alter in Jahren − 161

Das Ergebnis mal einem Aktivitätsfaktor ergibt den Tagesbedarf: 1,4 bei überwiegend sitzender Tätigkeit mit wenig Freizeitaktivität, 1,6 bei sitzender Tätigkeit mit regelmäßiger Bewegung. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) leitet ihre Richtwerte genauso ab und nennt für 25- bis 51-Jährige bei Faktor 1,4 etwa 1.800 kcal (Frauen) und 2.300 kcal (Männer), bei Faktor 1,6 etwa 2.100 und 2.700 kcal; die Richtwerte gelten für Normalgewicht.2

Zwei Rechenbeispiele, vor und nach einem Gewichtsverlust von rund 15 kg (eigene Rechnung mit der Formel oben, gerundet):

Person Ruheenergieverbrauch laut Formel Tagesbedarf bei Faktor 1,4 bei Faktor 1,6
Frau, 45 Jahre, 170 cm, 95 kg 1.627 kcal 2.277 kcal 2.602 kcal
Frau, 45 Jahre, 170 cm, 80 kg 1.477 kcal 2.067 kcal 2.362 kcal
Mann, 50 Jahre, 180 cm, 110 kg 1.980 kcal 2.772 kcal 3.168 kcal
Mann, 50 Jahre, 180 cm, 95 kg 1.830 kcal 2.562 kcal 2.928 kcal

Pro 15 kg weniger senkt die Formel den Ruheenergieverbrauch um 150 kcal, den Tagesbedarf bei Faktor 1,4 um 210 kcal. Das ist der erste Effekt. Der zweite steht nicht in der Formel.

Deinen Bedarf schätzen, und warum er niedriger liegt

Ruheenergieverbrauch nach Formel, Tagesbedarf und die Anpassung nach Gewichtsverlust

Geschlecht
Alltag

1.477 kcal

Ruheenergieverbrauch laut Formel1

2.067 kcal

Tagesbedarf mit Aktivitätsfaktor2

Nach mindestens 10 % Gewichtsverlust liegt der Verbrauch in Messungen etwa 300 bis 400 kcal unter dem Wert der Formel4, hier also eher bei 1.667 bis 1.767 kcal. Ein Startwert: Was die Waage in vier Wochen zeigt, entscheidet.

Eigene Rechnung mit der Formel aus dem Artikel; Faktor 1,4 bei überwiegend sitzender Tätigkeit, 1,6 mit regelmäßiger Bewegung. Keine Kalorienvorgabe und kein Diätplan. Das Werkzeug rechnet nur in deinem Browser und speichert nichts.

Warum der echte Verbrauch unter der Formel liegt

Gemessen verbraucht der Körper nach Gewichtsverlust weniger, als die Formel für das neue Gewicht ausgibt. In stationären Messungen an 41 Personen, die mindestens 10 % ihres Gewichts verloren hatten und das neue Gewicht hielten, lag der Gesamtenergieverbrauch um 6 bis 8 kcal pro Kilogramm fettfreier Masse und Tag unter dem erwarteten Wert; Ruhe- und Aktivitätsverbrauch trugen je 3 bis 4 kcal pro Kilogramm bei.3 Bei 50 kg fettfreier Masse sind das 300 bis 400 kcal am Tag, die Größenordnung, die Übersichtsarbeiten nennen.4 Für die Beispiele oben heißt das: Die Frau mit 80 kg braucht nicht 2.067, sondern eher 1.700 bis 1.800 kcal, der Mann mit 95 kg nicht 2.562, sondern eher 2.150 bis 2.250.

Der Effekt verschwindet nicht von allein. Bei Menschen, die ein um mindestens 10 % reduziertes Gewicht länger als ein Jahr gehalten hatten, war der Verbrauch in derselben Größenordnung abgesenkt wie direkt nach dem Abnehmen.5 Nach extremem Gewichtsverlust kann es Jahre dauern: Bei 14 Teilnehmenden einer Abnehm-Show lag der Ruheenergieverbrauch sechs Jahre später rund 500 kcal am Tag unter dem Wert, den Gewicht und Körperzusammensetzung erwarten lassen.6

Das ist aber kein Gesetz. Nach moderatem Gewichtsverlust ist die Anpassung klein: Bei Frauen, die mit einer Diät etwa 14 kg abgenommen hatten, lag der Ruheverbrauch 92 kcal am Tag unter dem erwarteten Wert, nach vier Wochen Gewichtsstabilisierung noch 38 kcal. Und die Größe der Anpassung sagte nicht voraus, wer nach einem Jahr wieder zugenommen hatte.7 Die metabolische Adaptation erklärt also, warum die alte Portion zu groß ist. Sie erklärt nicht, warum das Gewicht zurückkommt; das tun Appetit und Portion.

Um wie viel der Verbrauch unter dem erwarteten Wert lag

kcal am Tag, nach Gewichtsverlust

Nach etwa 14 kg Abnahme, Frauen Ruheverbrauch, direkt danach

92 kcal7

Dieselben Frauen, nach vier Wochen stabil Ruheverbrauch

38 kcal7

Nach 10 % Gewichtsverlust Gesamtverbrauch, Übersichtsarbeit

300 bis 400 kcal4

Sechs Jahre nach extremem Verlust Ruheverbrauch, 14 Personen

rund 500 kcal6

kcal
Verschiedene Studien und Messmethoden; Mittelwerte aus kleinen Messreihen.

Was die Spritze mit dem Verbrauch macht, und was nicht

Die Medikamente wirken über die Aufnahme, nicht über den Verbrauch. In einer Crossover-Studie mit 30 Erwachsenen mit Adipositas senkte Semaglutid die Energieaufnahme bei freiem Essen um 24 %; der Ruheenergieverbrauch bezogen auf die fettfreie Masse blieb unverändert, das Gewicht sank um 5,0 kg.8 Unter Tirzepatid sank der Energieverbrauch in einer Stoffwechselkammer-Studie mit 55 Erwachsenen über 18 Wochen genauso, wie es Gewicht und Körperzusammensetzung erwarten lassen; die Anpassung unterschied sich nicht von der unter Placebo mit Diät, obwohl der Gewichtsverlust doppelt so groß war (16,7 gegenüber 8,3 kg).9

Zwei Schlüsse daraus. Die Spritze hebt den Verbrauch nicht; wer unter ihr abnimmt, nimmt ab, weil er weniger isst. Und sie verhindert die normale Absenkung nicht; nach dem Absetzen gilt deshalb dieselbe Datenlage wie nach jedem Gewichtsverlust. Eine Studie, die den Energieverbrauch nach dem Absetzen eines Adipositas-Medikaments gemessen hat, ist uns nicht bekannt; die Absetz-Studien berichten Gewicht und Körperzusammensetzung, nicht den Verbrauch.

Was das für die Portionen heißt

  1. Startwert rechnen, dann die Waage entscheiden lassen. Formel mal Faktor, minus 300 bis 400 kcal nach 10 % Verlust. Vier Wochen so essen, einmal pro Woche wiegen. Bleibt das Gewicht gleich, stimmt der Wert; steigt es, war er zu hoch. Das ist genauer als jede Rechnung.
  2. Nicht unter den Ruheenergieverbrauch gehen. Eine Crash-Diät nach dem Absetzen senkt den Verbrauch weiter und kostet fettfreie Masse, also genau das Gewebe, das den Verbrauch trägt. Die Zunahme ist in Studien ab Woche 8 nach dem Absetzen messbar;15 die Antwort darauf ist Struktur, nicht Hunger.
  3. Protein zuerst. 1,2 bis 1,6 g pro kg Körpergewicht und Tag, verteilt auf Mahlzeiten mit mindestens etwa 25 bis 30 g.13 Protein sättigt pro Kalorie am stärksten und schützt die fettfreie Masse. Wie ein Tag damit aussieht, steht unter Ernährung nach der Abnehmspritze.
  4. Zwei Krafteinheiten pro Woche. Die WHO empfiehlt Muskelkräftigung an mindestens zwei Tagen pro Woche;14 Krafttraining ist der einzige belegte Weg, fettfreie Masse beim und nach dem Abnehmen zu halten. Ein Trainingsplan dafür steht unter Krafttraining nach der Abnehmspritze.
  5. Alltagsbewegung ist der größte Hebel beim Verbrauch. Die Energie, die nicht im Training, sondern beim Gehen, Stehen, Treppensteigen und Herumwerkeln verbraucht wird (NEAT), unterscheidet sich zwischen Menschen um bis zu 2.000 kcal am Tag.12 Ein Schreibtischtag mit Auto und Sofa und ein Tag mit 12.000 Schritten haben denselben Ruheenergieverbrauch und einen sehr verschiedenen Tagesbedarf.
  6. Kein Stoffwechsel-Trick. Kein Lebensmittel, kein Gewürz und kein Nahrungsergänzungsmittel hebt den Grundumsatz in einer Größenordnung, die auf der Waage zählt. Was ihn hält, ist fettfreie Masse; was den Tagesbedarf hebt, ist Bewegung.

Was dieser Artikel nicht sagt

Die Zahlen oben sind Mittelwerte aus kleinen Messreihen; dein Verbrauch kann darüber oder darunter liegen, und keine Formel ersetzt die Waage. Wir nennen keine Kalorienvorgabe als Diätplan und keine Zahl, unter die du „gehen musst“. Ob und wann du dein Medikament absetzt, und ob ein Wiedereinstieg in Frage kommt, ist eine Therapieentscheidung für das Arztgespräch.


Dieser Artikel ist eine allgemeine Information und ersetzt keine ärztliche oder ernährungstherapeutische Beratung. Das 12-Wochen-Programm von Nach der Spritze arbeitet mit einem Gewichtskorridor statt mit Kalorienzählen, dazu mit Proteinziel und zwei Krafteinheiten pro Woche; es ist kein Medikament und kein Diätplan. Start und Preis erfährst du über die Warteliste.

Häufige Fragen

Wie viele Kalorien brauche ich nach dem Absetzen der Abnehmspritze?

Weniger als vor der Therapie, und weniger, als eine Formel für dein neues Gewicht ausrechnet. Nach einem Gewichtsverlust von 10 % liegt der Energieverbrauch in Messungen etwa 300 bis 400 kcal am Tag unter dem Wert, den du für dein neues Gewicht erwarten würdest. Eine pauschale Zahl gibt es nicht; die Formel liefert einen Startwert, die Waage über vier Wochen sagt, ob er stimmt.

Wie berechne ich meinen Grundumsatz?

Mit der Mifflin-St-Jeor-Formel: Männer 10 × Gewicht in kg + 6,25 × Größe in cm − 5 × Alter + 5; Frauen dasselbe mit − 161 statt + 5. Das Ergebnis ist der Ruheenergieverbrauch in kcal pro Tag; bei sitzender Tätigkeit ergibt er mal 1,4 den Tagesbedarf. Die Formel schätzt den Verbrauch von Menschen ohne Gewichtsverlust; nach dem Abnehmen liegt der gemessene Wert meist darunter.

Ist mein Stoffwechsel nach dem Abnehmen kaputt?

Nein, aber gedrosselt, und das ist normal. Nach moderatem Gewichtsverlust ist der Effekt klein und sagt die Wiederzunahme nicht voraus: In einer Studie lag der Ruheverbrauch nach etwa 14 kg Verlust 92 kcal am Tag unter dem erwarteten Wert, nach vier Wochen Gewichtsstabilisierung noch 38 kcal. Nach extremem Verlust kann er lange tief bleiben: bei Teilnehmenden einer Abnehm-Show sechs Jahre später rund 500 kcal unter dem erwarteten Wert. Beides sind Messungen an wenigen Menschen.

Senkt die Abnehmspritze den Grundumsatz?

Nicht über das hinaus, was jeder Gewichtsverlust tut. Unter Semaglutid sank die Energieaufnahme in einer Crossover-Studie um 24 %, der Ruheverbrauch bezogen auf die fettfreie Masse blieb unverändert. Unter Tirzepatid war die Anpassung des Energieverbrauchs in einer Stoffwechselkammer-Studie nicht anders als unter Placebo mit Diät. Die Medikamente erhöhen den Verbrauch nicht und bremsen die normale Absenkung nicht.

Steigt der Grundumsatz nach dem Absetzen wieder?

Nur, wenn das Gewicht wieder steigt; dann steigt auch der Verbrauch, weil ein schwererer Körper mehr braucht. Eine Studie, die den Energieverbrauch nach dem Absetzen einer Abnehmspritze gemessen hat, ist uns nicht bekannt. Was den Verbrauch bei gehaltenem Gewicht stützt, ist die fettfreie Masse: Krafttraining und Protein halten sie. Alltagsbewegung macht beim Gesamtverbrauch den größten Unterschied zwischen Menschen aus.

Muss ich nach dem Absetzen Kalorien zählen?

Nicht dauerhaft. Wer zwei Wochen zählt, bekommt ein Gefühl dafür, wie klein die Portion ist, die den neuen Bedarf deckt; danach reicht eine Struktur mit Protein zuerst, Gemüse bei jeder Mahlzeit, festen Essenszeiten und ohne Flüssigkalorien. Ob die Menge passt, zeigt die Waage, nicht die Rechnung.

Quellen

  1. 1Mifflin MD, St Jeor ST, Hill LA, Scott BJ, Daugherty SA, Koh YO. A new predictive equation for resting energy expenditure in healthy individuals. Am J Clin Nutr. 1990;51(2):241–247. Zur QuelleSchätzformel für den Ruheenergieverbrauch aus Gewicht, Größe, Alter und Geschlecht (Mifflin-St-Jeor-Formel).
  2. 2Deutsche Gesellschaft für Ernährung e. V. Referenzwerte für die Nährstoffzufuhr: Energie. Bonn, Revision 2015. Zur QuelleRichtwerte für die Energiezufuhr, abgeleitet aus geschätztem Ruheenergieverbrauch mal Aktivitätsfaktor (PAL); 25 bis unter 51 Jahre bei PAL 1,4: 1.800 kcal (Frauen), 2.300 kcal (Männer), bei PAL 1,6: 2.100 bzw. 2.700 kcal. Die Richtwerte gelten für Normalgewicht; Schätzformeln liefern Näherungswerte.
  3. 3Leibel RL, Rosenbaum M, Hirsch J. Changes in energy expenditure resulting from altered body weight. N Engl J Med. 1995;332(10):621–628. Zur QuelleStationäre Messungen an 41 Personen: Nach Halten eines um mindestens 10 % reduzierten Gewichts lag der Gesamtenergieverbrauch 6 bis 8 kcal pro Kilogramm fettfreier Masse und Tag unter dem erwarteten Wert; Ruhe- und Aktivitätsverbrauch trugen je 3 bis 4 kcal pro Kilogramm bei. Bei 10 % über dem üblichen Gewicht lag er 8 bis 9 kcal pro Kilogramm darüber.
  4. 4Rosenbaum M, Leibel RL. Adaptive thermogenesis in humans. Int J Obes (Lond). 2010;34(Suppl 1):S47–S55. Zur QuelleNach einem Gewichtsverlust von 10 % liegt der Energieverbrauch um etwa 300 bis 400 kcal pro Tag unter dem für das neue Gewicht erwarteten Wert.
  5. 5Rosenbaum M, Hirsch J, Gallagher DA, Leibel RL. Long-term persistence of adaptive thermogenesis in subjects who have maintained a reduced body weight. Am J Clin Nutr. 2008;88(4):906–912. Zur Quelle21 Personen in sieben gematchten Trios, stationär gemessen: Wer ein um mindestens 10 % reduziertes Gewicht länger als ein Jahr gehalten hatte, verbrauchte weiterhin weniger Energie als für Gewicht und Körperzusammensetzung erwartet, in ähnlichem Ausmaß wie direkt nach dem Abnehmen.
  6. 6Fothergill E, Guo J, Howard L, et al. Persistent metabolic adaptation 6 years after "The Biggest Loser" competition. Obesity. 2016;24(8):1612–1619. Zur QuelleDer Ruheenergieverbrauch blieb sechs Jahre nach starkem Gewichtsverlust deutlich abgesenkt: 14 Teilnehmende, Ruheumsatz im Mittel 704 kcal/Tag unter dem Ausgangswert und rund 500 kcal/Tag (−499) unter dem für Gewicht und Körperzusammensetzung erwarteten Wert.
  7. 7Martins C, Gower BA, Hill JO, Hunter GR. Metabolic adaptation is not a major barrier to weight-loss maintenance. Am J Clin Nutr. 2020;112(3):558–565. Zur QuelleFrauen mit Übergewicht nach etwa 14 kg Diätverlust: Der Ruheenergieverbrauch lag 92 kcal am Tag unter dem erwarteten Wert, nach vier Wochen Gewichtsstabilisierung noch 38 kcal; nach einem Jahr waren 29 % des Verlusts wieder zugenommen, und die Größe der Anpassung sagte die Wiederzunahme nicht voraus.
  8. 8Blundell J, Finlayson G, Axelsen M, et al. Effects of once-weekly semaglutide on appetite, energy intake, control of eating, food preference and body weight in subjects with obesity. Diabetes Obes Metab. 2017;19(9):1242–1251. Zur QuelleRandomisierte, placebokontrollierte Crossover-Studie mit 30 Erwachsenen mit Adipositas über 12 Wochen: Semaglutid senkte die Energieaufnahme bei freiem Essen um 24 % gegenüber Placebo; der Ruheenergieverbrauch bezogen auf die fettfreie Masse blieb unverändert; Gewicht −5,0 kg, überwiegend Fettmasse.
  9. 9Ravussin E, et al. Tirzepatide did not impact metabolic adaptation in people with obesity, but increased fat oxidation. Cell Metab. 2025;37(5):1060–1074. Zur QuellePhase-1-Studie mit 55 Erwachsenen mit Adipositas ohne Diabetes, 18 Wochen, Stoffwechselkammer: Gewicht −16,7 kg unter Tirzepatid gegenüber −8,3 kg unter Placebo mit Diät; der Rückgang von Schlaf- und 24-Stunden-Energieverbrauch nach Adjustierung für Gewicht und Körperzusammensetzung war in beiden Gruppen gleich, also keine Wirkung auf die metabolische Adaptation.
  10. 10Wilding JPH, Batterham RL, Calanna S, et al. Impact of Semaglutide on Body Composition in Adults With Overweight or Obesity: Exploratory Analysis of the STEP 1 Study. J Endocr Soc. 2021;5(Suppl 1):A16–A17. Zur QuelleDXA-Substudie mit 140 Teilnehmenden; exploratorische Analyse. Rund 40 % des Gewichtsverlusts entfielen auf fettfreie Masse.
  11. 11Look M, Dunn JP, Kushner RF, et al. Body composition changes during weight reduction with tirzepatide in the SURMOUNT-1 study of adults with obesity or overweight. Diabetes Obes Metab. 2025;27(5):2720–2729. Zur QuelleDXA-Substudie mit 160 Teilnehmenden (124 Tirzepatid, 36 Placebo) über 72 Wochen: Körpergewicht −21,3 %, Fettmasse −33,9 %, fettfreie Masse −10,9 % unter Tirzepatid (Placebo −5,3 %, −8,2 %, −2,6 %); rund 75 % des verlorenen Gewichts waren Fett, rund 25 % fettfreie Masse, in beiden Gruppen.
  12. 12Levine JA. Non-exercise activity thermogenesis (NEAT). Best Pract Res Clin Endocrinol Metab. 2002;16(4):679–702. Zur QuelleDer Energieverbrauch durch Alltagsbewegung kann zwischen Menschen um bis zu 2.000 kcal pro Tag schwanken.
  13. 13Leidy HJ, Clifton PM, Astrup A, et al. The role of protein in weight loss and maintenance. Am J Clin Nutr. 2015;101(6):1320S–1329S. Zur QuelleEmpfiehlt für Gewichtsabnahme und -erhalt eine Proteinzufuhr von 1,2–1,6 g pro kg Körpergewicht und Tag, mit mindestens etwa 25 bis 30 g pro Mahlzeit.
  14. 14World Health Organization. WHO guidelines on physical activity and sedentary behaviour. Genf: WHO; 2020. Zur QuelleErwachsene: an mindestens zwei Tagen pro Woche muskelkräftigende Aktivitäten für alle großen Muskelgruppen.
  15. 15Wu H, Yang W, Guo T, et al. Trajectory of the body weight after drug discontinuation in the treatment of anti-obesity medications. BMC Med. 2025;23:398. Zur QuelleMeta-Analyse von RCTs: Ab etwa Woche 8 nach dem Absetzen ist die Gewichtszunahme messbar, sie setzt sich bis etwa Woche 20 fort.

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