Glossar
Hedonischer Hunger
Auch: hedonischer Hunger, Hedonic Hunger, Belohnungshunger, Lusthunger
Definition
Das Verlangen nach Essen aus Lust und Belohnung, unabhängig vom Energiebedarf. Wird durch hochschmackhafte Lebensmittel ausgelöst und ist vom homöostatischen Hunger zu unterscheiden, der Energie nachfordert.
Es gibt zwei Arten von Hunger. Der homöostatische Hunger meldet, dass der Körper Energie braucht. Der hedonische Hunger meldet, dass etwas gut schmecken würde. Der zweite funktioniert auch mit vollem Magen.
Woher der Begriff kommt
Lowe und Butryn führten den Begriff 2007 ein und beschrieben ihn als eigene Dimension des Appetits: Gedanken an Essen, Verlangen und Freude am Essen, ausgelöst durch die Verfügbarkeit hochschmackhafter Lebensmittel, nicht durch ein Energiedefizit.1 Gemessen wird er mit Fragebögen wie der „Power of Food Scale“: Wie stark ziehen mich Essensgerüche, Anblicke, Angebote an?
Warum beide Arten nach dem Abnehmen stärker werden
Nach einem Gewichtsverlust steigt der homöostatische Hunger messbar: Ein Jahr nach einer Diät waren bei Teilnehmenden einer Studie das Hungerhormon Ghrelin erhöht und mehrere Sättigungshormone erniedrigt.2 Der hedonische Hunger reagiert weniger auf Hormone als auf Umgebung: Was sichtbar, greifbar und gewohnt ist, zieht.
Was das nach der Abnehmspritze bedeutet
Viele berichten, dass unter dem Medikament das ständige Denken ans Essen nachlässt, und dass genau dieses Denken nach dem Absetzen als Erstes zurückkommt. Das ist der hedonische Anteil. Gegen ihn helfen keine Kalorien, sondern Umgebung und Struktur: feste Mahlzeiten mit genug Protein und Ballaststoffen, Vorräte, die nicht in Sichtweite stehen, Schlaf. Was davon belegt ist, steht unter Heißhunger nach dem Absetzen.
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Verwandte Begriffe
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Quellen
- 1.Lowe MR, Butryn ML. Hedonic hunger: a new dimension of appetite? Physiol Behav. 2007;91(4):432–439. Zur QuelleFührt den Begriff des hedonischen Hungers ein: Essverlangen aus Belohnung, unabhängig vom Energiebedarf.
- 2.Sumithran P, Prendergast LA, Delbridge E, et al. Long-Term Persistence of Hormonal Adaptations to Weight Loss. N Engl J Med. 2011;365:1597–1604. Zur QuelleEin Jahr nach einer Diät waren appetitsteigernde Hormonveränderungen (u. a. mehr Ghrelin, weniger Leptin) weiterhin messbar.